Deutsche Gottschau





J. Wilhelm Hauer  „Deutsche Gottschau – Grundzüge eines Deutschen Glaubens“, Stuttgart 1935

( Das komplette Buch unter den Textauszügen )


Seite 65

Für die Freiheit dieses Vaterlandes muß alles gewagt werden. Und was auch komme: „Gott wird es wohl verwalten, er ist der Freiheit Gott.“ Hier „gilt kein christliches Entsagen“, sondern Kampf im Auftrag und in der Leitung dessen, der uns dieses Vaterland als Schicksal bestimmt hat.

So ist für den Deutschen Glauben Volksgeschehen Gottesgeschehen. Volkwerdung ist Gestaltwerdung des Willen Gottes. Aus Deutschem Glauben ist das Wort geprägt worden, daß die Völker „Gedanken Gottes“ seien (Herder).

Alle großen deutschen Philosophen sind Verkünder dieses Glaubens gewesen. Und dabei sind sie nicht der oberflächlichen Meinung verfallen, als ob alles, was in einem Volk geschieht, recht sei.

Sie wußten um das Fragwürdige und um das Schuldhafte im geschichtlichen Geschehen, auch in dem des eigenen Volkes. Aber aus diesem Fragwürdigen und Schuldhaften konnten sie nicht des Schluß ableiten, daß dieses Gebilde nun durch und durch sündhaft und der Verdammnis verfallen sei. Sie hielten fest und verkündigten neu den uralten Gedanken indogermanischer Weisheit, daß alles menschliche Sein in Widerspruch sich offenbaren muß, weil es aus Kampf bestehen muß und aus ewigem Ringen um das Rechte.

Daß trotz allem gerade in diesem Fragwürdigen und durch es hindurch unmittelbar das Göttliche wirkt, daß es in seiner Tiefe wohnt als die heilige Gegenwart und schaffende Gewalt, das ist Kunde Deutschen Glaubens, die uns beseligend ergreift und uns, anstatt von dem Gegebenen wegzudrängen als von einem Gottfremden, mit ihm verknüpft in unauslösliche, ringende Gemeinschaft.

Blut und Raum, Boden und Vaterland, die Geschichte unseres Volkes und seine Kämpfe lieben wir darum so gluthaft und ehren wir mit einer tiefen Gläubigkeit, weil Gott uns hier begegnet

Leib-haftig und unmittelbar. Nicht in fernen Jahrtausenden nur geschah Offenbarung. Wir stehen mitten in ihr. Sie geschieht an uns und durch uns, so wir dem Gotte uns rechten Willens einen, der nicht fern ist von einem Jeglichen von uns und der auch heute gewaltig durch unseres Volkes Raum und Geschichte wandelt.


Seite 129

Wenn nach der Kraft gefragt wird, aus der wir unser Leben in höchster Sittlichkeit gestalten wollen, so antworten wir: Diese Kraft wird dem treulich zugeteilt, der ganz das will, was jener Wille von ihm fordert. „Ihr mögt die Sehnsucht haben zu einem hohen Leben“, so sagen uns oft die Vertreter des Christentums. „Wir aber haben die Kraft, denn wir haben Jesus zum Vorbild und zum Herrn.“

Wir achten jenes Vorbild nicht gering, aber die Kraft zur sittlichen Lebensgestaltung ist keineswegs ein Vorrecht des Christentums.  Zudem: wir möchten gerne mehr sehen an den Christen von jener Kraft und nicht so viel Worte darüber hören!

Lange, ehe es Christen gab, lebten die germanischen Stämme ein edles Leben, das uns hohes Vorbild ist und von dem selbst die Fremden, die als Feinde ins Land kamen, ergriffen waren. Woher nahmen sie die Kraft? Aus ihrer gesunden Seele Tiefen floß sie ihnen zu, aus der tragenden Gemeinschaft, die sie verband in Blut und Ziel der besten Herzen. Aus dem Wissen darum, daß der Gott bei ihnen war, daß Mutter Erde liebend ihrer waltete, die gute, reine, allnährende. Einbezogen in diese heilige Gemeinschaft helfender und richtender Gewalten, von ihrer Kraft aus der Tiefe gespeist, rangen sie um ihre Hochziele, die aus dem selben Grund entsprungen waren, der sie trug. Aus diesem fließt auch uns die Kraft zu Tat und Werden. Jene letzte Tiefe, der ewige Lebensgrund selber und unseres Volkes schaffende Urkraft, die aus ihm stammt, sind uns Helfer im Kampfe um unsere höchsten sittlichen Ziele.

Das ist unsere Hoffnung: Weil germanisch-deutsche Sittlichkeit sich nicht gründet auf eines Gottes fremde Gebote, die von außen kommen, noch auf einen fremden Glauben, der des Lebens Wirklichkeiten falsch bewertet, wird sie recht gegründet sein. Wo das Volk wieder eine in den Herzen schaffende Wirklichkeit wird, da baut das Volk mit an der Sittlichkeit. Statt daß es sich von außen her Gebote auflegen läßt, schafft es aus seiner lebendigen Substanz heraus selbst Gebot und Norm. Auch wird der sittliche Spürsinn des Einzelnen, der durch Gebote von außen her lahmgelegt worden ist, erstarken. Denn nach Deutschem Glauben schafft ja der ewige Wille selbst in uns und seine Gebote tönen in unserer Seele auf. Wir müssen nur mit bereitem Herzen ihn erhorchen. Dieses Ringen um wahre Sittlichkeit ruht aber auf einer ehrfürchtig-sittlichen Haltung zum Volk, zur Erde, zu Blut und Boden und zu seinen Früchten, zum Leibe und zu allem, was nur in irdischer Wirklichkeit gegeben ist. In diesem Lebensgrunde wurzelt die neue deutsche Sittlichkeit gesünder und wachstumskräftiger als in jenem fremden Grunde des morgenländischen Christentums. Sie wurzelt in einem Deutschen Glauben, aus dem sie ungebrochen wachsen soll zu neuer Kraft und neuer Größe.

Teil 1 ( S.1 – 158 ) Vorschau und zum herunterladen

 

Teil 2 ( S.159 – 295 ) Vorschau und zum herunterladen

 

Das gesamte Buch – 138 MB – daher keine Vorschau möglich





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